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Verein als Marihuana-Forschungsprojekt

Polizisten konnten am 24. April 2020 bei mehreren zeitgleich koordinierten Durchsuchungsanordnungen der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis in den angeführten Bezirken kiloweise Marihuana sicherstellen.

Bei den Durchsuchungen waren insgesamt 27 Polizeibeamte im Einsatz. Von Polizisten aus Schärding werden derzeit Erhebungen gegen einen Verein und deren vereinsrechtliche Vertreter, eine 50-jährige Frau und einen 55-jährigen Mann, im Bezirk Schärding wegen des Verdachtes des Suchtgifthandels geführt.

Vereinsmitglieder gaben im Zuge der polizeilichen Ermittlungen an, dass dort an die Mitglieder Marihuana zu “wissenschaftlichen” Forschungen weitergegeben werde. Aufgrund der angeordneten Durchsuchungen und der Vernehmungen der Beschuldigten erhärtete sich dieser Tatverdacht.

Sie bestätigten, seit 2019 Marihuana mit unterschiedlichen Reinheitsgehalten (legales Marihuana bis 0,3 % THCA sowie darüber bis 6 % THCA) hinsichtlich eines von ihnen initiierten “Forschungsprojektes” weitergegeben zu haben. Bei diesem “Forschungsprojekt” würde die Behandlung von Krankheiten mit unterschiedlichen Marihuana-Sorten erforscht werden.

Hierzu wurden auch Fragebögen zur Dokumentation der Wirkung erstellt und ausgegeben. Die unterschiedlichen Marihuana-Sorten wurden in einer ehemaligen Gärtnerei erzeugt. Diese wurde von den Beschuldigten als “Forschungsareal” bezeichnet.

Bislang wurden laut deren Angaben vorschriftswidrig 15 bis 30 Kilogramm Marihuana mit einem THCA-Gehalt von über 0,3 % erzeugt und bereits zum Teil an die Vereinsmitglieder weiterverkauft.

Bei den Durchsuchungen am 24. April 2020 wurde Marihuana mit einer Bruttomasse von 170 Kilogramm sichergestellt, wobei sich darunter nicht nur vorschriftswidriges, sondern auch “legales” Marihuana befinden dürfte.

Diesbezüglich werden noch weitere Ermittlungen durchgeführt beziehungsweise Reinheitsgehaltsbestimmungen veranlasst.

Der Verein hat derzeit 200 Vereinsmitglieder aus Österreich und Süddeutschland. Die Mitglieder sind aus allen Bundesländern Österreichs, etwa zwei Drittel nehmen an diesem “Forschungsprojekt” teil.

Sie mussten als Mitglieds- beziehungsweise Forschungsbeitrag mindestens 60 Euro jährlich bezahlen, für das ausgegebene Marihuana war eine “Mindestspende” von sieben Euro je Gramm zu entrichten.

Die Beschuldigten waren der Meinung, ihr Handeln sei wegen der Forschungstätigkeit im Verein durch die gemeldeten Vereinsstatuten rechtlich gedeckt.

Eine behördliche Vereinsauflösung wurde bei der Bezirkshauptmannschaft Schärding angeregt. Weitere umfangreiche Ermittlungen sind erforderlich, berichtet die Polizei.

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