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DU UND

DEIN RECHT

Fotocredit: RA Mag.Lanzinger | Mag. Michael Lanzinger | Website

„Du und dein Recht“ ist unsere neue Beitragsrubrik auf Wels Report. Sie dient hauptsächlich dazu, betroffenen Menschen Rechtshilfe und Unterstützung anzubieten, welche aktuell mit dringenden Fragen konfrontiert sind. Wir starten diese Serie mit einem Fall, der zeigt, wie man durch Internet in die Fänge krimineller Machenschaften kommt oder selbst in eine „digitale “Abhängigkeit gerät. Ein auf das Thema Cyber-Kriminalität spezialisierter Rechtsanwalt gibt seine Meinung in dieser ersten ‚Story‘ dazu.

Dating-Plattformen: Werden Opfer zu Tätern?

Elektronische Medien machen es uns heute leicht Kontakte zu knüpfen. Dating-Portale erleichtern die Kontaktaufnahme mit völlig unbekannten Menschen dadurch, dass man sich hinter einem Pseudonymen verstecken kann. Jeder kann sich mit seinem Wunsch-Ego präsentieren und vielfach werden Fotos hochgeladen, die mit der realen Person nichts zu tun haben.

Manchmal werden kontaktwillige Personen oder einsame Singles auf eine falsche Fährte gelockt und immer öfter auch in betrügerischer Weise psychologisch so manipuliert, dass sie einem „Heiratsschwindler“ Geld überweisen, um danach wieder im World Wide Web zu verschwinden. Von einem dieser Fälle weiß der Welser Rechtanwalt und Cybercrime-Experte Mag. Michael Lanzinger zu berichten.

Eine Klientin steht heute vor Gericht. Sie hat auf Dating-Plattformen virtuelle Bekanntschaften geschlossen und in der Folge ihre „Online-Freunde“ erpresst. Davor hat sie allen vorgetäuscht, bestimmte Produkte zu Schnäppchen-Preisen liefern zu können, was aber nur eine betrügerische Absicht war. Rein rechtlich ist der Tatbestand klar. 

Es handelt sich um schwere Erpressung und gewerbsmäßigen Betrug, der bei einer Verurteilung mit bis zu zehn Jahre Haft geahndet wird. Aber verführen nicht auch Dating-Plattformen regelrecht zu Strafdaten und haben damit auch eine Art Mitschuld? Auf den ersten Blick weit hergeholt?  

Nicht für den Cybercrime-Experte Mag. Lanzinger, ist es doch seit 10 Jahren bekannt und wissenschaftlich bewiesen, dass die digitale Revolution unser Denken und sogar unseren Denkapparat verändert. So ist es weiter auch bekannt, dass wenn wir im Internet etwas suchen und es auch finden, der Glücksstoff Dopamin freigesetzt. Je öfter wir etwas finden, desto mehr steigt das Verlangen nach dem ultimativen „Domain-Kick“.

Bei manchen entwickelt sich sogar ein regelrechtes Suchtverhalten. Viele oft nur „suchende Menschen“ werden digital so animiert, dass sie von Opfer zu Täter mutieren. Das sollte natürlich keine Entschuldigung sein, eine Straftat zu begehen. „Es wird zu einer Grundsatzfrage, in welchem Maße die Algorithmen der Dating-Plattformen mit ihren Methoden der erforschenden, streunenden oder ausbeuterischen Suche nicht auch zu belangen sein werden.“ so der Rechtsanwalt, der sich dafür einsetzt, dass auch dieser Aspekt in die Rechtsprechung Eingang findet.

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