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Auf Distanz zu Übergriffen

Auf Distanz zu Übergriffen

Bei einer eben in Wien stattgefunden heftigen Schlägerei von Migranten waren die Polizeibeamten schnell vor Ort, um die Situation zu deeskalieren.

In der Hitze des Gefechtes ließ sich einer der Beamten zu einer unbedachten „Moch an Schuach, des is mei Land“ – Aussage hinreißen. Die Reaktion des Innenministeriums, das diesen Sager zugespielt bekam, lässt nun einige Fragen unbeantwortet, denn man warf den Beamten sofort untolerierbares Verhalten vor. Helfen nun ein Pro und Kontra von der Seite des Innenministeriums oder der Medien, im Sinne der Konfliktbewältigung, mit einer „Entweder – Oder-Lösung“ tatsächlich weiter?

Warum wird den Polizeibeamten, die korrekt ihren Dienst versehen, nicht entsprechender Rückhalt gegeben, wenn sie Anpassungsunwillige in die Schranken weisen müssen?

Warum stärkt das Innenministerium nicht genau hier seinen Polizeibeamten den Rücken? Manchmal scheint es, als ob hier offene Gräben unbeholfen oder absichtlich nicht überbrückt werden, und da stellt sich die Frage, ob der Einsatz eines „ungelösten Konfliktes“ angemessen ist?

Österreich, historisch gewachsen aus einem ehemaligen Vielvölkerstaat, entwickelte viele umgangssprachliche Gepflogenheiten entwickelt, die sich in der Zwischenzeit als kulturelle liebenswürdige Spracheigenheiten etablierten. Einige dieser „Kraftausdrücke“ davon dienen dazu, sich in Konfliktsituationen Respekt und Lösungsraum zu verschaffen und mehr oder minder Grenzen zu signalisieren.

Dass Interaktionen zwischen Konfliktbeteiligten eher individuell und weniger nach einem systematischen Roboterprotokoll ablaufen, wird jedem klar sein.

Aus dieser Perspektive sollte der folgende Text eines Polizeibeamten verstanden und aufmerksam gelesen werden, für ein künftiges menschlicheres und respektvolleres Miteinander aller Beteiligten:

Für viel Aufregung sorgt zurzeit die Aussage eines Polizisten „Moch an Schuach, des is mei Land“

Seitens des BMI wurde diese Aussage für inakzeptabel erklärt…nun, inakzeptabel ist bestenfalls diese Wortmeldung des BMI. Ich bin ebenfalls Polizist (seit nunmehr 40 Jahren), und kann mich der Aussage des Kollegen nur vollinhaltlich anschließen.

Es ist MEIN Land – nämlich nicht im Sinne eines Eigentumsverhältnisses, sondern in dem Sinne, dass ich mich zu diesem Land, seiner Kultur und Gesetze, bekenne. Ich wurde in Österreich geboren, habe hier die Schule und die Polizeischule besucht, und versuche seitdem meine Arbeit im Außendienst so gut wie möglich zu verrichten.

Mir wurde von meinen Eltern und Lehrern beigebracht, Menschen mit Respekt zu behandeln, und Gesetze und Regeln einzuhalten…das hat mich derart geprägt, dass ich diesen Beruf ergriffen habe. Im Dienst versuche ich – wie alle anderen Polizeibeamten/innen – die gesetzestreuen Bürgerinnen und Bürger Österreichs davor zu schützen, dass ihnen von anderen Personen Schaden zugefügt wird.

Mir ist jeder willkommen, der bereit ist unsere Kultur, Gesetze und Lebensweise zu akzeptieren und vor allem zu respektieren.
Mir ist niemand willkommen, der dazu nicht bereit ist, oder der versucht anderen Personen wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Schaden zuzufügen oder sie mit mangelndem bzw. sogar ohne Respekt behandelt.

Wer mich als Uniformträger beleidigt, attackiert bzw. respektlos behandelt, der tut dies nicht gegen meine Person, sondern gegen einen Vertreter der österreichischen Gesetze und somit gegen den österreichischen Staat.
Mangelnder Rückhalt der Politik hat in den letzten Jahren zu einem massiven Anstieg der Gewalt gegen Polizeibeamte geführt…wie sollen wir die aufrechten Bürgerinnen und Bürger dieses Landes schützen, wenn es uns nicht mal erlaubt/möglich ist, uns selbst zu schützen?

Welche Signale sendet ein Staat an Verbrecher, wenn er als Antwort auf Verbrechen die Beamten kriminalisiert, die versuchen diese Verbrechen zu verhindern?

Ich (stellvertretend für ALLE Polizistinnen und Polizisten) habe meine Uniform immer mit Stolz getragen – als Zeichen, dass sich Menschen in Not an mich wenden können, dass sie sich darauf verlassen können, dass ich alles mir mögliche tun werde um sie zu schützen…weil sie in MEINEM Land leben.

Denn es ist MEIN Land – genauso wie es das Land jedes Menschen ist, der die Werte, Kultur und Gesetze bereit ist zu akzeptieren.“

Foto: Archivbild | Laumat.at

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